Gemeinschaftspraxis
Fortbildungstermine
Komunikation
Die Rezeption
Wartebereiche
Hausarztmedizin
Gastroenterologie
Kardiologie
Notfallmanagement
Patientenverfügung
Suchtmedizin
Betriebsmedizin/ASiG
Psych. Belastung
G2 Blei
G9 Quecksilber
G 20 Lärm
G 24 Hautschutz
G25 Fahr-Steuerttgkt
G 26 Atemschutz
G 35 Tropen
G37 Bildschirm
G 39 Schweißen
G 40 Krebser. Stoffe
G 41 Absturzgefahr
G 42 Biostoff Verord
H9 Forstarbeit
Strahlenschutz
Lastenhandhabung
UVV Gesundheitsdiens
Nadelstichverletzung
Hygieneplan
Endoskopiehygiene
Händedesinfektion
Reinigungsplan
MRSA
NORO Viren
Tuberkulose
Schutzhandschuhe
Links
Hepatitis C
Impressum
ADHS des Erwachsenen
ADHS des Kindes
Choralschola
Philosophie


 

1.1                      Hintergründe

Noro-Viren, bislang bekannt unter dem Namen Norwalk-/Norwalk-like-Viren wurden erstmals 1972 durch elektronenmikroskopische Untersuchungen beschrieben und gehören zur Familie der Caliciviridae. Sie weisen eine ausgesprochene Resistenz gegen Desinfektionsmittel und Umwelteinflüsse auf und sind bisher nicht auf Kulturzellen anzüchtbar. Inzwischen werden diese Erreger Noro-Viren genannt.

Die weltweit vorkommenden Noro-Viren sind bei älteren Kindern zu ca. 30% und bei Erwachsenen bis zur Hälfte aller nicht bakteriell bedingten Gastroenteritiden verantwortlich. Oft sind sie die Ursache von akuten Gastroenteritis-Ausbrüchen in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten und Altenpflegeheimen. Bei Säuglingen und Kleinkindern rangieren sie hinter den Rotaviren an zweiter Stelle als Verursacher akuter Gastroenteritiden. Infektionen mit diesen Erregern können das ganze Jahr über auftreten, jedoch kann man eine Häufung in den Wintermonaten feststellen. Der Mensch stellt das einzige bekannte Erregerreservoir dar.

Mit dem menschlichen Stuhl werden Erreger in sehr großer Menge ausgeschieden. Die Übertragung erfolgt in erster Linie auf fäkal-oralem Wege, jedoch sind auch andere Übertragungswege möglich. So nimmt man z.B. eine Übertragung durch virushaltige Aerosole während des Erbrechens an. Infektionen und Ausbrüche können auch auf alimentärem Wege stattfinden, wobei Salate, Krabben, Muscheln, verunreinigtes Wasser etc. eine Rolle spielen.

Die minimale Infektionsdosis liegt bei 10 - 100 Viruspartikeln, woraus die hohe Infektiosität des Erregers resultiert.

Die Inkubationszeit liegt bei 12 bis 48 Stunden. Ansteckungsfähigkeit besteht während der akuten Erkrankung bis wenigstens 48 Stunden nach Sistieren der klinischen Symptomatik und kann bis zu 14 Tagen andauern.

Durch Noro-Viren werden akut beginnende Gastroenteritiden hervorgerufen, die mit Erbrechen und starken Durchfällen einhergehen und zu erheblichen Flüssigkeitsverlusten führen können. Die Patienten klagen meist über ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit abdominalen Schmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Myalgien und Mattigkeit. Die Körpertemperatur kann etwas erhöht sein, hohes Fieber wird meist nicht beobachtet. Ohne begleitende Grunderkrankungen dauern die klinischen Symptome ca. 12 Stunden bis 3 Tage an, jedoch kann die Krankheit auch leichter oder asymptomatisch verlaufen.

Bei Ausbrüchen sollte eine Virusdiagnostik bei ausgewählten Erkrankten angestrebt werden, wobei der Nachweis von Noro-Viren im Stuhl nur in ausgewählten Speziallaboren möglich ist und in der Regel über PCR erfolgt.

Die Therapie kann in der Regel ambulant durchgeführt werden und findet symptomatisch in Form von Flüssigkeits- und Elektrolytverlustausgleich statt. Eine kausale antivirale Therapieform steht nicht zur Verfügung.

 

 

to Top of Page