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1               Flächendesinfektion und Hausreinigung
1.1     Definitionen
1.1.1    Reinigung

Unter Reinigung versteht man einen Prozess zur Entfernung von Verunreinigungen wie Staub, Chemikalien, Mikroorganismen und organischen Substanzen. Dazu wird Wasser mit Zusatz reinigungsverstärkender Substanzen verwendet. Eine Abtötung oder Inaktivierung von Mikroorganismen ist nicht die Bestimmung der Reinigung.

1.1.2    Desinfektion

Unter Desinfektion versteht man einen Prozess zur Reduktion der Anzahl von vermehrungsfähigen pathogenen bzw. fakultativ pathogenen Mikroorganismen durch Abtötung oder Inaktivierung. Mit Hilfe von standardisierten, quantifizierbaren Verfahren werden Flächen und Gegenstände in einen Zustand versetzt, in dem von ihnen keine Infektionsgefährdung mehr ausgehen kann.

 

Man unterscheidet zwischen routinemäßiger Desinfektion (auch als „laufende Desinfektion“ bezeichnet) und gezielter Desinfektion.

 

1.1.3    Routinemäßige Desinfektion

·         Ziel: Verhinderung der Weiterverbreitung von Krankheitserregern während der Pflege und Behandlung

·         Betrifft Flächen, die möglicherweise mit erregerhaltigem Material kontaminiert sind, auch wenn dies nicht erkennbar oder sichtbar ist.

·         Reinigung und Desinfektion erfolgen in einem Arbeitsgang

·         Die verwendeten Produkte müssen wegen möglicher unerwünschter Wechselwirkungen ausdrücklich hierfür deklariert sein.

1.1.4    Gezielte Desinfektion

Maßnahmen zur gezielten Desinfektion werden in folgenden Fällen erforderlich:

1.1.4.1           Bei erkennbarer Kontamination

·         mit Blut

·         mit Eiter

·         mit Ausscheidungen

·         mit anderen Körperflüssigkeiten.

1.1.4.2           Zur Schlussdesinfektion

·         Räume, in denen infektiöse oder mit Erregern kolonisierte Patienten untergebracht, gepflegt oder behandelt wurden.

·         Eine Infektionsgefährdung für nachfolgende Patienten muss ausgeschossen werden.

·         Je nach Erkrankung oder Übertragungsmodus des Krankheitserregers sind die patientennahen bzw. alle erreichbaren Flächen und Gegenstände, die tatsächlich oder möglicherweise kontaminiert sind/sein könnten, in die Maßnahme einzubeziehen.

·         Im Einzelfall können von den Routineverfahren abweichende Einwirkzeiten und Konzentrationen der Desinfektionsmittellösungen erforderlich werden.

·         Eine Raumdesinfektion durch Verdampfen oder Vernebeln von Formaldehyd ist nur in extrem seltenen Ausnahmefällen und nur nach behördlicher Anordnung erforderlich.

1.1.4.3           Im Rahmen von Ausbrüchen

·         Zur Eindämmung und Verhütung der Weiterverbreitung im Falle eines gehäuften Auftretens in räumlichen und zeitlichen Zusammenhang kann anstelle der sonst üblichen routinemäßigen Desinfektion eine gezielte Desinfektion erforderlich werden.

1.1.4.4           Beim Auftreten spezieller Erreger

·         Spezielle hochinfektiöse Erreger oder solche mit speziellen Resistenzen oder Multiresistenzen können ebenfalls eine gezielte Desinfektion erforderlich machen.

1.1.5    Risikobereiche

Nosokomiale Krankheitserreger können von kontaminierten Oberflächen auf Patienten übertragen werden. Dabei können verschiedene Risikobereiche unterschieden werden:

1.1.5.1           Flächen mit hohem Risiko einer Übertragung

·         Generell: Flächen mit häufigem Handkontakt, wie

§         Bett inkl. Zubehör

§         Nachtschrank

§         Ablagen

§         Sanitärbereiche für Patienten (Dusche, Badewanne, Waschbecken, Nasszelle, WC)

§         Medizintechnische Geräte (Monitore, Tastaturen, Kabel und Gehäuse von Geräten mit häufigem Kontakt, Infusionsständer)

§         Toilettenstuhl

§         Liegen und Tragen

§         Inkubatoren

§         Wickelauflagen

§         Oberflächen von Verbandwagen

§         Arbeitsflächen für die Zubereitung von Spritzen und Infusionslösungen

·         Unter Umständen geht ein Risiko ferner aus von

·         Türgriffen

·         Tastaturen (PC, Telefon, Fernbedienungen)

·         Bedienelemente von Kaffee- und Tafelwasseranlagen

·         Haltegriffen

·         Chipkarten für Telefon und TV

1.1.5.2           Flächen mit geringerem Risiko einer Übertragung

·         Hierzu zählen Flächen ohne häufigen Hand- und Hautkontakt wie

§         Böden

§         Wände außerhalb des direkten Kontaktbereiches

§         Lüftungsauslässe

§         Lampen

§         Heizkörper

 

In Anlehnung an die RKI-Empfehlung „Anforderungen der Hygiene bei der Reinigung und Flächendesinfektion“ wurde die folgende Tabelle erstellt. Moderne Flächendesinfektionsmittel weisen in der Regel eine gute Reinigungsleistung auf, sind häufig besser biologisch abbaubar und nicht teurer als Reinigungsmittel. Aus diesem Grunde muss – auch nach Aussage des RKI - jede Einrichtung entscheiden, ob routinemäßig eine Reinigung oder Flächendesinfektion durchgeführt werden soll. Dabei sind auch die Praktikabilität und Durchführbarkeit zu berücksichtigen.

Das ist auch der Grund, warum die folgenden Ausführungen und der Reinigungsplan von den Vorgaben der folgenden Tabelle abweichen. Hier müssen Sie eine individuelle Festlegung treffen und sich für die eine oder andere Variante entscheiden!

 

 

Bereiche nach Risikostufe

 

Verfahren

Bereiche ohne Infektionsrisiko, z.B.

 

 

·         Treppenhäuser und Flure

·         Verwaltungsbereiche wie z.B. Büros

·         Speisesäle

·         Hörsäle und Unterrichtsräume

·         Technische Bereiche

 

 

Alle Flächen:

·         Reinigung

 

Bereiche mit möglichem Infektionsrisiko, z.B.

 

 

·         Allgemeine Pflegestationen

·         Ambulanzen

·         Radiologie

·         Physikalische Therapie

·         Sanitärräume

·         Dialyse

·         Entbindungseinheiten

·         Intensivtherapie/-überwachung

 

 

Flächen mit häufigem Hände- bzw. Hautkontakt

·         Desinfektion

 

Fußböden

·         Reinigung

 

Sonstige Flächen

·         Reinigung

 

Bereiche mit besonderem Infektionsrisiko, z.B.

 

 

·         OP

·         Eingriffsräume

·         ITS für Langzeitbeatmete > 24 Std., Schwerstbrandverletzte

·         Transplantationen (z.B. KMT, Stammzellen)

·         Hämato-Onkologie (z.B. aggressive Chemotherapie)

·         Neonatologie

 

 

Flächen mit häufigem Hände- bzw. Hautkontakt

·         Desinfektion

 

Fußböden

·         Desinfektion

 

Sonstige Flächen

·         Reinigung

 

Bereiche mit Patienten, die Erreger so in oder an sich tragen, dass im Einzelfall die Gefahr der Weiterverbreitung besteht, z.B.

 

·         Isolierbereiche

·         Infektionsstationen

·         Funktionsbereiche, in denen diese Patienten behandelt werden

 

 

Flächen mit häufigem Hände- bzw. Hautkontakt

·         Desinfektion

 

Fußböden

·         Desinfektion

 

Sonstige Flächen

·         Reinigung

 

Bereiche, in denen v.a. für das Personal ein Infektionsrisiko besteht, z.B.

 

 

·         Mikrobiologisches Labor

·         Pathologie

·         Entsorgung

·         Unreine Seite der Wäscherei, ZSVA etc.

 

 

Siehe TRBA

 

 

 

 

1.2     Allgemeine Grundsätze

 

Moderne Flächendesinfektionsmittel weisen in der Regel eine gute Reinigungsleistung auf, sind häufig besser biologisch abbaubar und nicht teurer als Reinigungsmittel.

 

Aus diesem Grunde werden Arbeitsflächen, Mobiliar und Inventar sowie Fußböden und Sanitäreinrichtungen im Musterkrankenhaus gemäß Reinigungsstandard desinfizierend gereinigt. Es dürfen nur die in der VAH- oder RKI-Liste aufgelisteten, von der Hygienekommission des Muster-Krankenhauses ausdrücklich genehmigten Mittel verwendet werden.

 

Einzelheiten wie z.B. zu verwendende Präparate regelt der Desinfektionsplan, der für alle Mitarbeiter - auch der von Fremdfirmen - verbindlich ist. Die Vorgehensweise bei der Reinigung ist im Anschluss im Reinigungsstandard beschrieben.

1.2.1    Reinigungstücher und -bezüge

·         Es muss verhindert werden, dass die Reinigungs- bzw. Desinfektionslösung durch Wiedereintauchen der Tücher und Bezüge in die Lösung kontaminiert wird. Aus diesem Grund ist bei Reinigungsverfahren das Wiedereintauchen zu vermeiden und bei Desinfektionsverfahren zu minimieren. Hierzu sind verschiedene Verfahren, wie z.B. das Bezugwechselverfahren geeignet.

·         Tücher und Wischmops zum mehrmaligen Gebrauch werden in einem maschinellen Verfahren chemothermisch aufbereitet, getrocknet und anschließend so gelagert, dass es nicht zu einer Vermehrung von Mikroorganismen kommen kann.

·         Nach Durchführung der Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten dürfen keine Tücher, Feuchtbezüge u.ä. in der Desinfektionslösung verbleiben, da es zur Wirkstoffzehrung kommen kann.

·         Putzeimer und andere Behältnisse werden arbeitstäglich gründlich gereinigt.

 

1.2.2    Desinfektionslösungen

·         Zur Dosierung werden dezentrale Desinfektionsmittel-Dosiergeräte benutzt.

·         Die Dosierung richtet sich je nach Einsatzzweck, nach dem Reinigungsplan bzw. dem Desinfektionsplan des Bereiches.

·         Bereits benutzte, nicht vollständig verbrauchte Lösungen werden verworfen.

1.3      XE "Reinigungsstandard" Reinigungsstandard

·       Routinemäßig werden die Mikrofasertücher pro Zimmer gewechselt.

·       Grundsätzlich wird von REIN nach UNREIN gearbeitet. Das gilt auch innerhalb der Zimmer.

1.      Zimmer, in denen Patienten protektiv isoliert sind, werden mit einer 0,5%igen Desinfektionslösung als erste desinfizierend gereinigt. Tücher anschließend in den normalen Wäschesack für Tücher abwerfen.

2.      Nach Abschluss der Arbeiten in Zimmern zur protektiven Isolierung werden die normalen Patientenzimmer mit einer 0,25%igen Desinfektionslösung desinfizierend gereinigt. Tücher anschließend in den normalen Wäschesack für Tücher abwerfen.

3.      Sog. „Infektionszimmer“ werden als letzte gereinigt. Es wird eine 0,5%ige Desinfektionslösung verwendet. Tücher anschließend in den Infektionswäschesack für Tücher abwerfen. In sehr seltenen Ausnahmefällen müssen sie nach Absprache mit der Hygienefachkraft verworfen werden.

 

1.3.2     XE "WC:Reinigung" Reinigung der WCs

 

·         Das WC wird von außen mit einer 0,25%igen Desinfektionslösung, die Innenseite des Toilettenbeckens mit Sanitärreiniger gereinigt. Jeder Patient, der sich auf eine frisch desinfizierte WC-Brille setzen möchte, kann mit einem alkoholischen Schnelldesinfektionsmittel (z.B. Bacillol® AF) vor der WC-Benutzung selbst eine WC-Sitz-Desinfektion durchführen.

·         Verunreinigungen mit Exkrementen, Blut etc. an Wänden, Boden und WC sind einer gezielten Desinfektion mit einer 0,5%igen Desinfektionslösung zu unterziehen.

·         Bei infektiösen Patienten sind kontaminierte und potentiell kontaminierte Flächen einer gezielten Desinfektion mit einer 0,5%igen Desinfektionslösung zu unterziehen.

 

Vorgehensweise

1.    Grundsätzlich von REIN nach UNREIN arbeiten.

2.    Spiegel und Waschbecken mit rotem Mikrofasertuch wischen.

3.    Nach Reinigungsintervall bzw. nach Bedarf die Fliesen mit rotem Mikrofasertuch wischen.

4.    WC-Schüssel von innen mittels WC-Bürste und Schwamm reinigen. Dabei die Kantenunter- und -innenseite nicht vergessen (Sanitärreiniger). WC-Brille, -Deckel und WC von außen mit einer 0,25%igen Desinfektionslösung desinfizierend reinigen.

 

·       In Badezimmern und Nasszellen werden Fußböden, Duschen und Wannen mit Flächendesinfektionsmittel laut Desinfektionsplan gewischt. Im Bedarfsfall (hartnäckige Verschmutzung, Verfärbung durch z.B. PVP-Jod etc.) kann vor der Desinfektion eine zusätzliche Reinigung mit Scheuermilch erfolgen. Reste von Scheuermilch und Reiniger sind vor der Desinfektion mit Wasser wegzuspülen. Vor einer Benutzung sind Bade- und Duschwannen mit Wasser auszuspülen, um Desinfektionsmittelrückstände zu entfernen.

 

·       Die Nasszelle wird von oben nach unten mit einem gelben Mikrofasertuch mit einer 0,5%igen Desinfektionslösung desinfizierend gereinigt.

·       Der Fußboden wird mit einer 0,25%igen Desinfektionslösung im Bezugwechselverfahren desinfizierend gereinigt. Einen einmal benutzten Wischbezug nicht erneut in die Wanne tauchen, sondern die benötigte Flüssigkeit mit einem Gefäß (z.B. Messbecher) direkt auf den Boden des Zimmers aufbringen.

·       Die Reinigung der Flächen und Gegenstände erfolgt mit einer 0,25%igen Desinfektionslösung.

1.3.5     XE "Patientenzimmer-Reinigung" Reinigung im OP, auf Infektionsstationen und in Eingriffsräumen

·       Die Reinigung erfolgt analog zum oben beschriebenen Verfahren, jedoch werden im OP, auf der Infektionsstation, in Eingriffsräumen sowohl Flächen und Gegenstände als auch der Fußboden mit einer 0,5%igen Desinfektionslösung im 1 Stunden-Wert desinfizierend gereinigt.

 

·       Die Reinigungskraft informiert sich vor Betreten des Zimmers bei der zuständigen Pflegekraft über die erforderlichen Maßnahmen, die ihr anhand der Isolierungscheckliste erklärt werden. Die Information umfasst sowohl die Hygiene- als auch die erforderlichen persönlichen Schutzmaßnahmen.

·       Das Zimmer wird entweder als erstes (Umkehrisolierung ) oder als letztes (Isolierung) wischdesinfiziert, d.h. es wird für alle Flächen (auch Fußboden), Gegenstände etc. mindestens Flächendesinfektionsmittel laut Desinfektionsplan verwendet. Im Einzelfall kann auch eine höhere Konzentration oder ein anderes Präparat erforderlich sein. Dies ist ebenfalls der Checkliste zu entnehmen.

·       Gleiches gilt für die Infektionsstation.

 

 

Es dürfen keine anderen Präparate als die oben genannten verwendet werden. Die Präparate sind ausschließlich gemäß oben beschriebenem Verwendungszweck zu benutzen.

Die Einhaltung des Reinigungsstandards ist von den Vorarbeiterinnen des Reinigungsdienstes regelmäßig zu kontrollieren und zu dokumentieren.

 

Bei Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten sind langstulpige Haushaltshandschuhe zu tragen, deren Stulpe am Ende umgeschlagen wird. So können Desinfektions- und Reinigungslösungen nicht von den Händen über die Unterarme laufen, sondern werden wie in einer Regenrinne aufgefangen.

Werden die Handschuhe von mehreren Personen gemeinsam benutzt, so sind darunter PE-Handschuhe zu tragen. Nach Ablegen der Handschuhe ist eine Hygienische Händedesinfektion durchzuführen.

 

Falls bei Mitarbeitern Unverträglichkeitsreaktionen auftreten, die auf die Verwendung bestimmter Desinfektions- oder Reinigungsmittel zurückgeführt werden, so ist der Betriebsarzt aufzusuchen. Dieser kann für die betreffenden Produkte über den Hersteller einen Epikutantest zur Verfügung stellen, mit dessen Hilfe gezielt Allergien auf bestimmte Wirkstoffe ausgetestet werden können.

 


 

1.3.9    Reinigungsplan für den stationären Bereich

 

Wo?

Was?

Wie?

Womit?

         Patientenzimmer normal

         Stationsküche

         Dienstzimmer

         Arztzimmer

         Untersuchungs-zimmer

         Aufenthaltsräume

         Stationsflur

 


Spiegel, Fliesen,Wasch-becken

gelbes Tuch, gelber Eimer

von rein nach unrein arbeiten

Mikrobac ® forte 0,5% - 1 Std.


Glasflächen

grünes Tuch

Mikrobac ® forte 0,25% - 4 Std.


Mobiliar

blaues Tuch, blauer Eimer

Mikrobac ® forte 0,25% - 4 Std.


Boden

Mop, Wischreinigung im Bezugwechselverfahren

Mikrobac ® forte 0,25% - 4 Std.

Patientenzimmer Umkehrisolierung

 


Vorgehensweise wie oben, Zimmer als erstes reinigen,

Schutzkittel und Mundschutz tragen,

vor Betreten hygienische Händedesinfektion

Mikrobac ® forte 0,5% - 1 Std.

Patientenzimmer infektiös

 


Vorgehensweise wie oben, Zimmer als letztes reinigen,

Schutzkittel und ggf. Mundschutz tragen,

nach Verlassen hygienische Händedesinfektion

Mikrobac ® forte 0,5% - 1 Std.

WCs


Spiegel, Wandfliesen, Waschbecken

gelbes Tuch, gelber Eimer

Mikrobac ® forte 0,5% - 1 Std.


WC-Sitz- u. Deckel, WC außen, Fliesen im Spritzbereich

rotes Tuch, roter Eimer

von Rein nach Unrein arbeiten.

 

Mikrobac ® forte 0,5% - 1 Std.


WC-Schüssel Innen

WC-Bürste, Schwamm

Sanitärreiniger

Badezimmer


Fliesen

gelbes Tuch, gelber Eimer

Mikrobac ® forte 0,25% - 4 Std.


Duschen, Wannen

Schwamm

Bei Bedarf scheuern, dann mit Wasser nachspülen. Nach Trocknung Desinfektion

nur bei Bedarf: Scheuermilch

 

 

Mikrobac ® forte 0,5% - 1 Std.


Boden

Mop, Wischdesinfektion im Bezugwechselverfahren

Mikrobac ® forte 0,25% - 4 Std.

Spülräume


Fliesen, Flächen

gelbes Tuch, gelber Eimer

von Rein nach Unrein arbeiten

Mikrobac ® forte 0,25% - 4 Std.


Boden

Mop, Wischdesinfektion im Bezugwechselverfahren

Mikrobac ® forte 0,25% - 4 Std.


Ausgussbecken

Außenseite rotes Tuch, roter Eimer

Innenseite Schwamm bei Bedarf scheuern

Mikrobac ® forte 0,5% - 1 Std.

 

bei Bedarf: Scheuermilch

 

·          Eine gezielte Desinfektion ist ferner immer dann erforderlich, wenn es zu sichtbaren Verunreinigungen mit Blut und Körperausscheidungen aller Art gekommen ist.

·          Für jedes Zimmer sind frische Mikrofasertücher zu verwenden.

·          Tücher und Schwämme, die mit Scheuermilch benutzt wurden, dürfen nicht anschließend für Desinfektionsmittel verwendet werden.

·          Tücher, Schwämme und Bezüge dürfen nach beendeter Arbeit nicht in Desinfektions- oder Reinigungslösungen verbleiben. Eimer und Gefäße nach Arbeitsende gründlich reinigen.

·          Hygiene- und Desinfektionsplan sind zu beachten!

·          Desinfektionslösung in der vorgegebenen Konzentration aus dem Dosiergerät verwenden. Bei Ausfall von Dosiergeräten die Lösung mit kaltem Wasser ansetzen. Erst Wasser, dann Desinfektionslösung in den Eimer füllen.

 

 

 

 

 

 

Was?

Wie?

Womit?

Schutzhandschuhe

für WC-Reinigung


Stulpe am oberen Ende umschlagen, damit Lösungen nicht mit den Unterarmen in Kontakt kommen können.

Langstulpige Haushaltshandschuhe,
rot

Schutzhandschuhe

für sonstige Reinigungsarbeiten


Stulpe am oberen Ende umschlagen, damit Lösungen nicht mit den Unterarmen in Kontakt kommen können.

Langstulpige Haushaltshandschuhe,
gelb

Baumwoll-Unterhandschuhe


Unter den Schutzhandschuhen tragen.

Regelmäßig wechseln. Zum Waschen im Netzsack sammeln

 

Hautschutz

Hautpflege


Hände vor Aufnahme der Tätigkeit, regelmäßig während und nach Beendigung der Tätigkeit eincremen

Hautschutzplan beachten

Baktolan ® protect, Baktolan ® balm, Baktolan ® cream, Baktolan ® lotion

 

 

1.4     Durchführung einer Schlussdesinfektionsmaßnahme im Scheuer- Wischverfahren XE "Schlussdesinfektion "

 

·         Bei Schlussdesinfektion nach VAH: 0,5-%ige Mikrobac® forte-Lösung aus der Dosieranlage entnehmen

·         Bei offener Tuberkulose Ansetzen einer 2,5 %igen Mikrobac® forte-Lösung von Hand.

·         Bei Schlussdesinfektion nach RKI (auf Anordnung des Gesundheitsamtes!) Ansetzen einer 4-%igen Dismozon® pur-Lösung von Hand

·         Informationen zu Präparat und Konzentration bei anderen, seltener auftretenden Infektionskrankheiten siehe Kapitel „Hygiene- und Isolierung bei ausgewählten Infektionskrankheiten“

·         Rechtzeitige Terminierung der Maßnahme mit dem Dekorateur, dem Entsorgungsdienst, der Bettenzentrale und dem Reinigungsdienst.

·         Schutzkittel, -handschuhe, Kopfhaube und Mundschutz für Reinigungsdienst und Dekorateur bereitstellen.

·         Müllabwurf mit rotem Abfallsack (B-Müll) bereitstellen.

·         Wäschesack bereithalten.

·         Schutzkleidung anziehen.

·         Patientenbett: Bettdecke und Kopfkissen abziehen und mit der Bettwäsche in Wäschesäcke geben. Bett und Wäschesäcke im Zimmer stehen lassen.

·         Kinderklinik: Kinderwagen abziehen.

·         Verbliebene Gegenstände des Patienten verwerfen (z.B. Zeitungen, Einwegflaschen, Seifenreste, Toilettenpapier, Zellstoff, Krankenunterlagen, Hygienebeutel, Papierhandtücher, Pflegeartikel usw.). Abfallsäcke im Zimmer stehen lassen.

·         Medizin- technische Geräte, Blutdruckgerät mit Manschette, Stethoskop, Fieberthermometer usw. und desinfizierbare Pflegeartikel mit der entsprechenden Desinfektionslösung (s.o.) abwischen, nicht nachtrocknen. Alles im Zimmer belassen.

·         Kinderklinik: Spielzeug (Stofftiere etc.) im Zimmer desinfizieren, nicht desinfizierbare Spielsachen, Bücher etc. verwerfen.

·         Geschirr je nach Erkrankung (siehe Kapitel „Ausgewählte Infektionskrankheiten“) direkt in den Speisetransportwagen oder ggf. im Zimmer in Desinfektionslösung (s.o.) einlegen.

·         Nach Beendigung dieser Arbeiten Putzeimer aus- und abwischen, feucht stehen lassen, Putzlappen direkt in die Wäsche geben.

·         Schutzkittel in den Wäschesack, Einmalhandschuhe, Mundschutz und Haube in den Abfallsack im Zimmer geben.

·         Vor Verlassen des Zimmers Hygienische Händedesinfektion durchführen!!

 

Die Einwirkzeit beträgt 1 Stunde. Nach Ablauf dieser Zeit können die Artikel aus dem Zimmer genommen werden. Eine Nachreinigung ist nicht erforderlich.

·         Schutzkittel, -handschuhe, Kopfhaube und Mundschutz anlegen

·         Vor der Desinfektionsmaßnahme Gardinen abnehmen, in einen transparenten Plastiksack geben, unmittelbar zum Waschen in den Aufbereitungsraum bringen.

·         Waschen der Gardinen mit desinfizierendem Waschmittel- und verfahren.

·         Vor der Desinfektionsmaßnahme Übergabe der Abfall- und Wäschesäcke durch den Pflegedienst an den Entsorgungsdienst vor dem Patientenzimmer.

·         Abtransport der Wäschesäcke und des Abfalls in geschlossenen Transportwagen auf direktem Wege zum Entsorgungspark bzw. in die Wäscheannahme.

·         Die entsprechende Desinfektionslösung (s.o.)- aus der Desinfektionsmittelleitung entnehmen bzw. von Hand ansetzen.

·         Schutzkittel, -handschuhe, Kopfhaube und Mundschutz anlegen

·         Wände, Spiegel, Bilder, Mobiliar, Fensterbänke, Fenster, Heizkörper, Telefon, Lampen, Fernseher, Schränke, Wickeltisch, Wickelauflage, Wäschewagen, Bettgestell und Nachtschrank innen und außen, Kleiderbügel, Versorgungsleiste, Türen, Türgriffe, Lichtschalter, sanitäre Anlagen (in der Kinderklinik zusätzlich Kinderwagen, Rollstuhl, Dreirad, Bobbycar), usw. mit der entsprechenden Desinfektionslösung (s.o.) feucht abwischen, nicht nachtrocknen

·         Zum Schluss den Fußboden wischen

·         Putzeimer feucht aus- und abwischen

·         Putztücher in einen transparenten Plastiksack geben und sofort zur Wäsche bringen

·         Vor Verlassen des Zimmers Hygienische Händedesinfektion durchführen!!

 

Die Einwirkzeit beträgt 1 Stunde. Eine Nachreinigung des Zimmers ist nicht erforderlich. Das Zimmer kann wieder belegt werden.

1.5     Vorbereitende Arbeiten für eine Desinfektionsmaßnahme in Funktionsbereichen

·         Um den Aufwand einer erforderlichen Desinfektionsmaßnahme in Funktionsbereichen so gering wie möglich zu halten, ist die Funktionsabteilung möglichst frühzeitig vor Durchführung der diagnostischen oder therapeutischen Maßnahme an infektiösen Patienten vom behandelnden Arzt über die Infektiösität zu informieren.

·         Aus dem Raum sind vor der Maßnahme alle überflüssigen Utensilien zu entfernen. So kann das Ausmaß der Desinfektion reduziert und der Vernichtung von nicht desinfizierbaren Verbrauchsartikeln vorgebeugt werden.

·         Medizintechnische Geräte mit der entsprechenden Desinfektionslösung abwischen, nicht nachtrocknen. Diese Aufgabe obliegt nicht dem Reinigungsdienst!

·         Rechtzeitige Terminierung der Maßnahme mit Reinigungsdienst, Entsorgungsdienst, ggf. Bettenzentrale und Dekorateur. Persönliches Gespräch der Abteilungsleitung/Stellvertretung mit den zuständigen Stellen.

 

 

·         Sofern der zu desinfizierende Raum/Bereich nach Dienstschluss des Reinigungsdienstes nicht mehr benötigt wird, ist er bis zur Desinfektion während der regulären Dienstzeiten des Reinigungsdienstes gesperrt. Ist eine weitere Nutzung jedoch unmittelbar erforderlich oder wahrscheinlich (z.B. Ambulanz, CT etc.) ist außerhalb der Arbeitszeit bzw. des Rufbereitschaftsdienstes von der diensthabenden Person (z.B. MTA, Arzthelferin etc.) persönlich eine Desinfektion der Kontaktflächen und anderen möglicherweise kontaminierten Flächen durchzuführen.

 

 

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